addicted by travelling

05.01.2012 – Aufstieg zum Púlpito del Diablo 5120 m, Pan de Azúcar 5150 m

Hinterlasse einen Kommentar »

Wie verabredet, treffen wir um 04.00 Uhr auf unsere Kompagnons, und gemeinsam mit deren befreundeten Familie und deren Guide fahren wir mit 2 Autos los. Gegen 0600 erreichen wir den Parkeingang (3.700 m), aber der Guide sagt, wir müssen zurückfahren zu den Cabanas del Pulpito. Dort gibt es Frühstück (6.000,–) und die Familie und Camilla können sich für je 40.000,– ein Pferd mieten. Wir 4 Burschen fahren mit dem Auto wieder zum Parkeingang, um uns diesen Weg zu sparen. Gemütlich geht es los, und nach meinem ersten Fotostop bemerke ich, dass die Sonnenbrillen verschwunden sind. Ich kehre dorthin zurück, wo ich sie vermute, aber leider finde ich sie nicht mehr. Da wir aber über die Schneegrenze gehen, werden sie mir sehr abgehen (Gefahr der Schneeblindheit). Nach einer Stunde wandern entlang eines Baches mit mehreren kleinen Seen braucht David eine Abkühlung und steigt in den eisigen Gletscherbach, um ein paar Runden zu schwimmen. Als er wieder rauskommt, ist er rot wie ein gekochter Krebs, aber glücklich, es überstanden zu haben. Wir ziehen weiter, uns alle halben Stunden mit Sonnencreme einschmierend, um ja nicht so wie David auszusehen nach seiner Schwimmeinlage.

Bei der Lagune Pintada zweigen wir links ab, und nach einer weiteren Stunde ist es für Camilla aus mit gemütlich auf dem Pferd bergan zu reiten. Ab jetzt wird es wirklich steil. Keuchend schleppen wir uns den Berghang über große Felsen und Geröll hinauf und man merkt schon, dass hier die Luft sehr viel dünner ist als in El Cocuy. Nachdem wir den Pass erreicht haben, gibt es mal eine kleine Stärkung für die letzte Etappe. Jetzt geht es über vom ehemals hier verlaufenden Gletscher abgeschliffene Felsen, wo man noch die Schleifspuren sehen kann. Nach einer weiteren Stunde sind wir endlich am Gletscher und auf geschätzten ca. 4.900 m Seehöhe. Leider zieht hier immer gegen Mittag der Nebel und die Wolken ein, und so sehen wir nur kurz die zwei Berggipfel. Der „Púlpito del Diablo“ ist ein riesiger schwarzer Felsbrocken in Würfelform ohne Schnee, dafür ist der „Pan de Azúcar“ mit ewigem Eis bedeckt. Die Leute schlittern am Gletscher herum, und unsere 3 Begleiter sehen auch das erste Mal einen Gletscher live. Ich bin auch ziemlich geschafft und verschlinge rasch mein Brot und Käse, um wieder zu Kräften zu kommen.

Der Abstieg wird auf der gleichen Route vorgenommen und kurz vor der völligen Dunkelheit erreichen wir ziemlich geschafft und mit ein bisschen Kopfweh wegen der Höhe das Auto. David und Mauro bringen uns zu den Cabanas del Pulpito, wo wir auch wieder auf Camilla treffen, uns von allen verabschieden und das Zimmer beziehen. Wir sind mit einem kolumbianischen Paar im selben Zimmer, dehnen unsere geschundene Körper, essen zu Abend (Suppe, Reis, Erdäpfel, Rindfleisch, Salat und dazu Aguapanela – Rohrzucker mit heissem Wasser; schmeckt wie süsser Tee) und fallen müde ins Bett.

Geschrieben von Robert

15/01/2012 um 22:07

Veröffentlicht in Kolumbien 2012

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.